24. Februar 2011 - Berlin

„Die Ausrichtung einer Integrierten Versorgung – indikationsbezogen oder Vollversorgung? Vergleichende Betrachtungen am Beispiel des Vivantes-Vertrages zur Endoprothetik und dem Versorgungsmodell Gesundes Kinzigtal“

Die Integrierte Versorgung nimmt heute unbestritten einen festen Platz in der Versorgungslandschaft des deutschen Gesundheitswesens ein. Hatte man noch im Zusammenhang mit dem Wegfall der Anschubfinanzierung und der Einführung des Gesundheitsfonds vermutet, dass diese Versorgungsform bis Ende 2010 kaum noch eine Rolle spielen würde, kommt man heute nicht umhin festzustellen, dass sich die Integrierte Versorgung inzwischen vielenorts etabliert hat und als echte Bereicherung der Versorgungsalternativen auch zunehmend angenommen wird.

Insbesondere bei der Gestaltung neuer Projekte haben die Initiatoren zuerst den grundsätzlichen Ansatz zu klären: Vollversorgung in einer Region oder indikationsbezogen auf ausgewählte Krankheitsbilder?

Dieser Thematik widmet sich dieses sehr praxisbezogene Seminar aus verschiedenen Blickwinkeln.

Das Seminar richtet sich an Leistungsträger wie Leistungserbringer gleichermaßen, ebenso an Management- und Beratungsunternehmen sowie an andere an der Integrierten Versorgung Beteiligte.

I.

Die Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH hat im April 2004 in Berlin einen indikationsbezogenen Vertrag zur Integrierten Versorgung mit der Barmer/GEK auf dem Gebiet der für eine Integrierte Versorgung bestens geeigneten Totalendoprothetik des Hüft- und Kniegelenks abgeschlossen.

Weitere Partner der Barmer/GEK sind in den Vertrag fünf Vivantes-Kliniken, darunter zwei Orthopädien, drei Unfallchirurgien, eine Rehabilitationsklinik, ein ambulantes Reha-Zentrum.
Auch niedergelassene Ärzte, insbesondere Orthopäden, sind vertraglich in das Projekt eingebunden.

Im Vertrag hat die Kasse im Zusammenhang mit den Kniegelenkoperationen auch Gewährleistungsregelungen vereinbart.

Die Zufriedenheit auf Seiten der Patienten wie Leistungserbringer ist in diesem Projekt besonders hoch. Vivantes nutzt inzwischen die Erfahrungen aus dieser gelungenen Integration im gesamten Unternehmensverbund.

II.

Ziel der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal ist die koordinierte Vernetzung der stationären und ambulanten Einrichtungen im Gesundheitswesen über Sektorengrenzen hinaus. Dabei arbeiten viele Haus- und Fachärzte, Therapeuten, Krankenkassen und weitere Leistungspartner Hand in Hand und begleiten ihre Patienten während des gesamten Prozesses ihrer Behandlung. Durch diese Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch der beteiligten Leistungspartner verläuft der Behandlungsverlauf oft reibungsloser. Doppeluntersuchungen und lange Wartezeiten lassen sich auf diese Weise häufig vermeiden.

Diesen Prozess hat die Gesundes Kinzigtal GmbH 2005 begonnen. Mittlerweile ziehen Patienten, Ärzte und Therapeuten, Kliniken sowie Krankenhäuser, Pflegedienste, Vereine und die beteiligten Krankenkassen an einem Strang. Aquafitness, Ernährungskurse, Vorträge und andere Angebote unterstützen den rein medizinischen Behandlungsprozess nicht nur, sie sind vor allem gut für die Vorsorge, für die Prävention von Krankheiten.

Momentan sind 7228 direkte Mitglieder bei der Gesundes Kinzigtal GmbH eingeschrieben und es findet eine Versorgung auf allen Versorgungsebenen statt.

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DGIV-Bundeskongresse

Der 8. DGIV-Bundeskongress fand vom 20. bis 21. Oktober 2011 in Berlin statt.

Der Kongress stand unter dem Motto ,,Effizienzsteigerung durch integrative Versorgungsformen – eine Voraussetzung für die Bewältigung ständig wachsender Anforderungen an das deutsche Gesundheitswesen".

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