05. Dezember 2011 - Berlin

„Die Integrierte Versorgung in Europa“

Integrierte Versorgung ist keine deutsche Erfindung. In vielen Ländern ist man bestrebt, durch Einführung selektiver Versorgungsmodelle moderne Strukturen einzuführen und zu erproben, die sich als verbesserte Versorgungsform gegenüber der Regelversorgung erweisen sollen. Dabei geht man unterschiedliche Wege, die auch durch die verschiedenen Krankenversiche- rungssysteme bestimmt werden.
Eine entwickelte Integrierte Versorgung findet man nicht nur in den USA, sondern auch in europäischen Ländern. Gerade in den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz gibt es Versorgungskonzepte, die auch für die deutsche Krankenversicherung sehr interessant sind.
Im Vergleich des Vorgehens europäischer Länder auf diesem Gebiet lohnt es sich immer auch, die Rahmenbedingungen der Versorgung und die sich daraus ergebenden strukturellen Unterschiede zwischen den nationalen Versorgungssystemen gegenüberzustellen. Schnell stößt man auf unterschiedliche Ansätze, mit denen die europäischen Nachbarn den Nachweis führen, dass es viele Möglichkeiten gibt, Versorgungsaufgaben zu verteilen, Versorgungsaufträge zu erfüllen und die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu organisieren. Auch das Verständnis von einer flexiblen Kooperation der Leistungserbinger ist verschieden, Grenzen und Freiräume werden teilweise in anderer Form definiert.
Europa muss derzeit Belastungsproben bestehen, „integrierte Zusammenarbeit“ bis in die Grundfeste der europäischen Zusammenarbeit unter Einbeziehung aller Teilnehmer an der europäischen Kooperation leisten. Auch unter dem Gesichtspunkt einer grenzüberschreitenden medizinischen Versorgung in Europa ist der internationale Austausch über Erfolge und Schwierigkeiten in den nationalen Gesundheitssystemen wichtig.
 

In den 90er Jahren erhielt die Europäische Gemeinschaft erstmals den expliziten Auftrag, Gesundheitsschutz auf europäischer Ebene durch „Unterstützung und Koordinierung“ der nationalen Gesundheitspolitiken zu fördern. Im Wesentlichen waren hier präventive Maßnahmen gemeint, beispielsweise auf dem Gebiet der Seuchen- und Suchtbekämpfung. Finanzierung und Organisation der Gesundheitssysteme befinden sich bis heute in der Kompetenz der Mitgliedstaaten.
Die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes von 1998 bis 2003 zur ambulanten und stationären Versorgung innerhalb der EU erhöhten allerdings den Einfluss der europäischen Ebene. Im Jahre 2005 wurde auf der EU-Ebene auch die Offene Methode der Koordinierung im Gesundheitsbereich eingeführt.
Die Erwartungen an eine Gesundheitspolitik, die Staatengrenzen überwindet, sind inzwischen gestiegen, wie sich z.B. im Anspruch auf eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zeigt. Europäisches Wettbewerbsrecht und öffentliches Vergaberecht sind heute schon im nationalen Gesundheitsbereich wirksam.
Die EU-Bürger können ab 2013 selbst bestimmen, in welchem EU-Mitgliedsland sie sich ambulant behandeln lassen. Nur für Krankenhausbehandlungen im Ausland ist eine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse erforderlich. Die Richtlinie 2011/24/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2011 über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung besagt u.a., dass die freie Erbringung und Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen in der gesamten Europäischen Union mit Garantien für Qualität und Sicherheit der Bürger der Mitgliedsstaaten verbunden sein muss..

Die Integrierte Versorgung ist für die moderne Patientenversorgung in Europa von zunehmender Bedeutung. Gerade über diese Versorgungsform, die auf Effizienzsteigerung durch verbesserte Zusammenarbeit der Leistungserbringer ausgerichtet ist, sind die europäischen Mitgliedsstaaten gehalten, die Übernahme von Innovationen vom Nachbarn zu prüfen und eine Versorgung auf hohem Niveau zu gewährleisten.

Das Seminar richtet sich an Leistungsträger wie Leistungserbringer gleichermaßen, ebenso an Management- und Beratungsunternehmen, Patientenvertreter sowie Vertreter aus Wissenschaft und Politik.
 

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DGIV-Bundeskongresse

Der 8. DGIV-Bundeskongress fand vom 20. bis 21. Oktober 2011 in Berlin statt.

Der Kongress stand unter dem Motto ,,Effizienzsteigerung durch integrative Versorgungsformen – eine Voraussetzung für die Bewältigung ständig wachsender Anforderungen an das deutsche Gesundheitswesen".

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